Umgang mit Barrieren
Barrierearmut verstehen wir nicht als abgeschlossenen Zustand, sondern als kollektiven Prozess. Uns ist bewusst, dass wir nicht alle Barrieren vorhersehen oder vollständig abbauen können. Unser Anspruch ist es, Barrieren sichtbar zu machen, sie ernst zu nehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Barrieren sind nicht nur körperlich oder sichtbar, sondern auch sozial, psychisch, sprachlich, neurodivergent, emotional oder erfahrungsbezogen. Niemand muss sich rechtfertigen oder erklären, warum Unterstützung gebraucht wird.
Das Wochenende richtet sich an linke, anarchistische und emanzipatorische Gruppen und Einzelpersonen – explizit auch an Menschen, die:
- neu in linken Räumen sind
- noch niemanden kennen
- schüchtern, unsicher oder reizempfindlich sind
- neurodivergent sind
- aufgrund von Sprache, Mobilität, Gesundheit oder sozialen Faktoren Unterstützung brauchen
- Die Veranstaltung findet auf zwei Stockwerken ohne Aufzug statt.
- Im Erdgeschoss wird ein barrierearmes WC eingerichtet.
- Workshops und Programmpunkte sind grundsätzlich auf beide Stockwerke verteilt.
Damit wir rechtzeitig wissen, dass Menschen keine Treppen steigen können, bitten wir darum, auf uns zuzukommen. Dann versuchen wir individuelle Lösungen, z. B. Tausch von Workshop-Räumen, Unterstützung beim Treppensteigen, zu finden.
Wir wissen, dass diese Situation selbst eine Barriere darstellen kann, und möchten transparent damit umgehen.
Bereits bei der Anmeldung fragen wir unverbindlich nach bestehenden oder möglichen Barrieren. Die Angaben dienen ausschließlich dazu, die Veranstaltung besser vorzubereiten und Unterstützung zu organisieren.
Dies können zum Beispiel folgende Unterstüzungsbedarfe oder Barrieren sein:
- Mobilitätsbedarfe (z. B. Treppen, längeres Stehen/Sitzen)
- Sprachbedarfe (z. B. Flüsterübersetzung)
- Soziale Barrieren (z. B. allein kommen, neu sein, Angst vor Gruppen)
- Neurodivergente Bedarfe (z. B. Reizarmut, Pausen, klare Strukturen)
Niemand muss etwas angeben – alles ist freiwillig.
Es gibt ein freiwilliges Buddy-Gruppen-System.
Buddy-Gruppen sind kleine, lockere Gruppen zum gemeinsamen Ankommen, Austauschen und Teilnehmen. Also vor allem für Menschen die:
- selbst Anschluss suchen
- offen sind, neue Menschen mitzunehmen
- unterstützen können (z. B. Orientierung, soziale Begleitung, Übersetzung, Pausen)
Buddy-Sein bedeutet keine Verantwortung oder Pflege, sondern solidarische Unterstützung auf Augenhöhe. Buddys können auch selbst Unterstützung brauchen.
Matching kann vorab oder vor Ort passieren, je nach Bedarf, mehr Infos findet ihr auf unserem Buddygruppen-Infoblatt
Vor Ort gibt es:
Awareness-Personen die auch ansprechbar sind bei Unsicherheit, Barrieren oder Überforderung.
(weiteres im Awareness Konzept das bald veröffentlicht wird)
Wir werden versuchen, freiwillige Anstecker/Buttons anzubieten, z. B.:
- 🌫️ „Ich habe eine unsichtbare Behinderung“
- 👋 „Sprich mich an gerne an / Offen für Kontakt“
- 🚫👋„Bitte sprich mich nicht an / Gerade brauche ich keinen Kontakt“
Die Nutzung ist freiwillig und ohne Erklärungszwang. Niemand muss sich outen oder markieren.
- Veranstaltungssprache ist Deutsch.
- Für Englisch können wir Flüsterübersetzung anbieten.
- Weitere Sprachen sind ggf. möglich, wenn wir frühzeitig davon wissen.
Bitte gebt Übersetzungsbedarfe bei der Anmeldung an.
Manchmal fällt Sprechen schwer oder ist gerade nicht möglich.
Darum stellen wir bei Bedarf:
- einfache Bildkarten mit Symbolen zur Kommunikation
- Papier und Stifte zum Schreiben oder Zeichnen
Das kann helfen, Bedürfnisse, Grenzen oder Fragen auszudrücken,
ohne sprechen zu müssen.
Wir achten – soweit möglich – auf:
Niemand muss „durchhalten“ oder alles mitmachen.
- klare Zeitstrukturen und Ankündigungen
- ausreichend Pausen
- Rückzugsmöglichkeiten (z. B. ruhige Ecken, Awarenessraum)
- keine Verpflichtung zur dauernden Teilnahme
Wir freuen uns über Rückmeldungen – vor, während oder nach der Veranstaltung. Kritik, Hinweise auf Barrieren oder Verbesserungsvorschläge sind willkommen und werden ernst genommen.
